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Musik kann so böse sein

 Zuerst möchte ich mich mal als Musikfreund outen. Musik begleitet mich durch das Leben, ich mag es nicht missen.

Musik ist auch fester Bestandteil der Radiosendungen, Musik unterhält vortrefflich und schafft gute Laune.

Dachte ich jedenfalls, bis ich kürzlich von einem Interview eines Hauptmanns von Radio Andernach (Bundeswehrradio) erfuhr. Zu lesen war es in einer Musik-Fachzeitschrift und jener Hauptmann führte dort aus, dass manche Titel einfach nicht spielbar seien.

Dachte ich bisher, Sie vermutlich auch, ein Hauptmann ist eine Führungsperson, so zwischen knallhartem Terminator und John Wayne angesiedelt, konnte ich feststellen, ein Irrtum. Jedenfalls dieser Hauptmann steht mehr in der Reihe eines Schöngeist und Sensibelchen. Oder haben Sie eine Erklärung dafür, dass Musikwünsche zensiert werden? Doch, ist wirklich wahr! Im Karneval wünschten sich unsere Jungs in Afghanistan u.a. … da simma dabei, dat is prima … ABGELEHNT. Dazu Hauptmann Sensibelchen: „Stellen Sie sich vor, vier Soldaten sitzen im Panzer, hören das Lied und plötzlich wird der Panzer in Brand geschossen. Eine sehr groteske Situation, die es zu vermeiden gilt.“ Die Nachfrage des Journalisten, ob ohne das Lied der Panzer vielleicht nicht getroffen würde, blieb unbeantwortet.

 Selbstverständlich ging ich sofort tief in mich, befragte mein Herz und nun möchte ich folgende Musiktitel auf den Index bei Radio Andernach setzen, weil Hauptmann Sensibelchen natürlich recht hat. Offiziere sind kluge Menschen, da muss man nichts hinterfragen, nur ehrfurchtsvoll aufschauen.

 Lieb mich ein letztes mal … Solch ein Lied erinnert an furchtbare Momente, die sofort eintreten könnten, geht nicht.

 So schwul kann doch kein Mann sein … Eine Verunglimpfung hochgestellter Politiker und demoralisierend für die Truppe. Abhaken!

 Bad moon rising … Der Text könnte Furcht einflößend wirken, die Kampfbereitschaft mindern.

 Als wir noch Flieger war´n … Die internationale Presse würde das Lied zum Anlass nehmen, sich negativ über einen gewissen Tanklastzug-Zwischenfall zu äußern.

 I can’t get no satisfaction … Da erinnert schmerzlich wie weit man von Zuhause weg ist und auf was man alles verzichten muss, nur um stabilisierend tätig zu sein.

 Ahoi Herr Kapitän … Wir wollen unsere tapfere Bundesmarine im Golf von Aden nicht zur Spaßtruppe erklären, oder?

 Dont bring me down … Geht überhaupt nicht, klingt wie eine Aufforderung zum kollektivem Mitleid, ähm ja, oder glauben Sie, der Taliban hört kein Radio?

 Also mal ehrlich, Herr Hauptmann, was kann man denn unter diesen Umständen überhaupt noch spielen, außer unserer Nationalhymne? HALT, ich habe ein Brainstorming (Entschuldigung, Herr Westerwelle, ich habe einen Geistesblitz), Herr Hauptmann, die Lösung ist so nahe: der chinesische Pianist Lang Lang spielt auf dem Flügel Hänschen klein, ging allein ..

Das beweist unsere Bereitschaft zur Verständigung mit fremden Kulturen, schlägt eine Brücke zwischen Asien und Europa, Musik verbindet doch, nicht wahr?

 Geht leider auch nicht, eine zu offen bekundete Sympathie mit China führt zu Verwicklungen mit Russland und Amerika, wir sind NATO-Partner, das muss berücksichtigt werden.

 Wie wär´s mit Inka Bause und ihrem ersten Hit: Spielverderber … sehr flott, so richtig zum mitmachen.

 Bloß nicht, wir sind nicht zum Spielen dort. Außerdem könnten die Taliban das als Verhöhnung empfinden, wir setzen auf Verständigung.

 Ähm, Lily Marlen vielleicht? Ein schönes altes Soldatenlied?

 Ich bitte Sie, was sollen die wenigen uns wohlgesonnenen Afghanen von uns denken, wenn wir die Frau auf solch ein Niveau degradieren?

 Und so kam es, das Radio Andernach über mehr Wortbeiträge nachdenkt, Musik ist eine böse Sache, haben wir nun gelernt.

 Herr Hauptmann, die ganze Nation ist stolz auf Sie!!!