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 Absurde Welt

Also das war ja mal wieder eine Woche, menno! Da fahre ich zur Tankstelle, zapfe wie üblich Benzin der besonderen Güte, gehe an die Kasse und: „Sie haben 47 Liter getankt, das macht genau 126, 90 Euro, bar oder mit Karte?“ Ich erschrak, fragte nach, die Dame hat sich vielleicht verrechnet. „Nein, wir sind eine umweltfreundliche Tankstelle, unterstützt und gefördert von der Stiftung Horst Köhler!“ Kassierte mein Geld und drückte mir eine Art Heiligenbildchen in die Hand. Darauf war ER zu sehen, ein scheinbar freundlich lächelnder Mann, der mich ermahnte: „Unsere Umwelt ist uns lieb und teuer, schütze sie!“ Gerade wollte ich ihm zustimmen, teuer genug war das Benzin ja nun, da fuhren ein paar Staatskarossen an mir vorbei, Typ Benzinsäuferklasse. Machen Sie sich aber bitte keine Sorgen um die Besitzer, das Geld für deren Benzinverbrauch ist vorhanden, Ihr Finanzamt wird’s schon richten.

 Um Guido ist es erschreckend still geworden. Aber nein, er geht jetzt nicht auf die Abendschule und lernt Fremdsprachen, er folgte nur dem mütterlichen Rat der heiligen Angie. „Bub, das musst Du aussitzen, diese Kritik, hat Birne auch immer so gemacht. Denk doch auch mal an die schöne Pension nach nur drei Jahren Staatsdienst …“

Selbstverständlich wagte er noch ein paar kleine Widerworte, doch als Angie den Finger ermahnend hoch hob, da war er kusch.

Also wer so brav gehorcht, dem sollte der Steuerzahler zur Belohnung auch eine Staatsreise mit seinem Freund finanzieren, oder?

 Apropos, also ick saaje nur Wowi, Se wissen doch, der Owerbürjermeister von Balin, wa? Der Wowereit. Also dette is ja nen janz höflicher Mann. Der ist ja sooo höflich, koste es wat et will. Ooch wenns bloß Steuerjelder sinnt, awwa höflich. Ach det wissense noch jarnich? Passen Se ma jenau uff: Der Wowi, wa, also der Wowi flog zu den Bagettonesen, den Franzosen.

Da jab et nen Awendessen mit alles dabei, wa. Un nu soll der Wowi mitten drinne zurück nach Balin. Jeht jaaarnich, wa, da isser dann später mit de Bundeswehr nach Hause gejettet, weil die Franzosen es als sehr, sehr unhöflich anjesehen hätten, wenn der juute Wowi so mitten drinne jejangen wär.

Un da rejen sich de Leute drüwwer uff, wa, ikke sach imma: „Wowi, Höflichkeit ist Deine vornehmste Zier, der Steuerzahler blecht es Dir.“

 Eine Pressemeldung besagt, im ostwestfälischen Augustdorf sind Soldaten der Bundeswehr über Monate misshandelt worden, auch von sexuellen Übergriffen war die Rede.

Da haben wohl einige Führungskräfte den vom Papst an Irland gerichteten Hirtenbrief falsch verstanden, nur weil er Deutschland nicht ausdrücklich erwähnte, ist es nicht der Wunsch der katholischen Kirche, alte Traditionen öffentlich zu bejahen.

In diesem Zusammenhang erfolgt demnächst auch die Anklage gegen das Christkind: Es soll tatsächlich gesungen haben … ihr Kinderlein kommet …

Sein Verteidiger ließ aber bereits verlauten, hier sind der Teufel und die Antichristen am Werk, Kinderliebe, äh Vertipper, Nächstenliebe (so wollte ich sagen) sind ein Grundstein der katholischen Kirche und damit unantastbar. Amen …

Jetzt werde ich aber stutzig, denn: Was genau ist nun eigentlich unantastbar?

 Frühling ist da, mit ihm die Zeugen Jehovas und bald stehen sie wieder vor Ihrer Tür, die frohe Botschaft vom Gott Jehova zu verkünden. Zuerst erfuhr ich, ich sein ein Schwein, weil ich so begehrlich die junge Dame ansah, die den Wachtturm in ihren Händen hielt. Natürlich wird der Prophet Jehova das Schweinsein unübersehbar bestrafen. Keine Frage, doch das ist ja erst in der anderen Welt, da habe ich noch ein wenig Zeit.

Die Dame gab nicht auf. Ich könnte Pionier werden, wenn ich beitrete. Natürlich erst nach einer Probezeit und einem Antrag an die Glaubensbrüder.

Also so gesehen war ich bereits vor vielen Jahren ein Zeuge Jehovas, ganz viele Jahre sogar, denn in meiner DDR-Schulzeit wurde ich Pionier.

Stolz erzählte ich es und zeigte der Frau sogar mein blaues Pioniertuch, das ich mittlerweile zwar als Putzlappen missbrauchte, aber der Glaube allein zählt, oder?

Sie ließ das nicht gelten, sprach von meinem weggeworfenen Leben, ich würde elend enden.

Mein Heil liegt in Jehovas Hand, er streckt sie aus und verlangt von mir: Keine sexuellen Beziehungen (davon habe ich schon immer geträumt), keine Bluttransfusionen (kann eh kein Blut sehen), keine Organtransplantationen, weil es in Jehovas Augen Kannibalismus ist (wie weise betrachtet) und vor allen Dingen, keine Impfungen (finde ich gut, habe Angst vor Spritzen) um den Körper reinzuhalten.

 ERWACHE, rief sie mir mit eindringlich mahnender Stimme zu.

 Liebe Dame, ich leide bedauerlicherweise gerade an der Frühjahrsmüdigkeit, ich geh jetzt ne Runde schlafen.

 Verdammt, nun darf ich nicht ins Königreich, ich habe aber auch ein Pech …