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Ulli Zauner zur Lage der Nation

 

Zugegeben, es fällt mir schwer den passenden Anfang zu finden, weil einfach alles so anders geworden ist.

Auf NICHTS, absolut NICHTS ist mehr Verlass!

 Fangen wir mal beim Schneechaos Daisy an: Überwiegend entpuppten sich die Warnungen als leicht übertrieben. Schlimm genug war es natürlich trotzdem, doch damit kommen wir zum Kernpunkt, der globalen Erwärmung.

Kaltes Winterwetter ist eindeutig der Erwärmung zuzuordnen. Doch, doch, was glauben Sie wohl, wie kalt es erst ohne Erwärmung geworden wäre?

Gleichfalls segensreich wirkte sich Daisy als Retter der Wirtschaftskrise aus. Tausende von Autos wurden schrottreif gefahren, nachdem es so entsetzlich glatt war. Es lag auch nicht an der Knappheit vom Streusalz, sondern an dem Solidaritätsbewusstsein der ausführenden Betriebe mit der Natur. Jeglicher Grashalm ist schützenswerter als ein normaler Autofahrer. Das bedeutet Tausende neuer Autos, unsere Industrie darf sich freuen, Mutter Natur sei Dank.

 Kennen Sie ELENA? Nee, ich meine nicht die süße Dame, die allabendlich an der Theke steht und Bier serviert, ich meinte das neue Finanzkontrollsystem.

Ein paar ewig gestrige Mitmenschen meckerten natürlich wieder darüber, ohne die Segnungen dieses Systems zu erkennen.

Zum Beispiel werden dort alle Ihre Abmahnungen gespeichert, demnächst eventuell auch Knöllchen, Zahlungsversäumnisse usw.; niemals mehr über die Schufa ärgern, weil ELENA alles ersetzt. Ganz zentral sogar.

Sie sehen den Vorteil nicht?

Also wenn Sie sich irgendwo neu bewerben und Sie werden nach Abmahnungen gefragt, könnten Sie ja versehentlich eine falsche Anzahl angeben, weil Ihnen ein Teil entfallen ist. DAS könnte die Bewerbung beim neuen Arbeitgeber gefährden. Nun aber erfragen Sie die exakte Anzahl bei den Behörden und alles ist in Butter.

Sehen Sie? Geht doch!

Weiterungen sind sicherlich vorgesehen, aber das ist selbstredend streng geheim, weshalb wir es auch nicht wissen dürfen. Also pssssssst …

Am schönsten ist jedoch die Perfektion dieses Systems, alles wird erfasst, nichts bleibt aus, man kennt Sie!

Darüber sollen ehemalige Stasi-Mitarbeiter, soweit die schon in Rente sind und nicht bei bundesdeutschen Organisationen ihre Erfahrungen verwerten dürfen, sehr, sehr traurig gewesen sein.

Berichtet wurde mir von einem Weinkrampf eines ehemaligen Elektrikers (Tarnung musste ja sein) aus Zerbst (Sachsen-Anhalt). „Ach“, so sagte er schluchzend, „wenn wir DAS beim Honni schon alles gehabt hätten, die DDR wäre unschlagbar gewesen.“ Und dann weinte er hemmungslos vor sich hin.

 Afghanistan, dieses ewig falsch verstandene Thema. Sind wir nun stabilisierend tätig, oder hilfreich oder kriegerisch? Jeder meint, es anders beurteilen zu müssen.

In qualvoll schlaflosen Nächten habe ich deshalb eine Tabelle erarbeitet, die es dem geneigten Leser ermöglicht die Lage in Afghanistan sehr präzise zu beurteilen.

 Folgen Sie der Skala und Fehlbeurteilungen werden nicht mehr stattfinden!

 Spot 1: Wir werden von den Taliban beschossen.

Dies stellt keinesfalls eine kriegerische Handlung dar, sondern zeugt von der Bereitschaft zum erzwungenen Dialog, in den wir dann gleichfalls mit unseren Waffen eintreten.

 Spot 2: Attentate durch die Taliban gegen uns.

Verstehen Sie das als Unmutsäußerung über unsere Kultur, weil wir es nicht verstanden haben, diese den Taliban begreiflich zu machen. Insbesondere den hohen künstlerischen Wert von Karikaturen über Mohammed, dessen Ansehen wir natürlich nicht schmälern möchten, weil er doch so voller Güte ist …

 Spot 3: Wir werfen Bomben auf die Taliban.

Eine geringe Zahl von Bombenabwürfen, sagen wir mal so 2-10, auf ein zuvor definiertes kleineres Arial, kann man nicht mit Krieg gleichsetzen. Vielmehr zeigt es nur unsere Entschlossenheit zur internationalen Hilfe, wie z. B. bei Wirtschaftskrisen innerhalb der Waffenindustrie.

 10 – 20 Bomben

Binnen kurzer Zeit abgeworfen, könnten bei sehr kritischer Betrachtung bereits als möglicher Konflikt bezeichnet werden.

 20 – 100 Bomben pro Tag.

Das wäre dann ein minimales und recht begrenztes Scharmützel im Sinn eines nicht feindseligen, doch entschlossenem Meinungsaustausches.

 100 – 500 Bomben am Tag.

Ein mit Waffengewalt ausgetragener begrenzter Konflikt, der durchaus friedvoll beendet werden kann, so wir gewinnen.

 500 – 1000 Bomben am Tag.

Eine im weitesten Sinn „kriegsähnliche“ Situation, eher als Politik mit anderen Mitteln bezeichenbar.

 1000 – 10.000 Bomben pro Tag mit vielen Toten.

Wir nähern uns in gewisser Weise einem Krieg. Gleichzeitig steigen die Aktienkurse etlicher Politiker traumhaft nach oben, weil sie nebenbei in den Aufsichtsräten der Waffenindustrie sitzen.

 Guido Westerwelle persönlich reist an.

Jetzt eskaliert unsere friedliche Bemühung um Stabilisierung total, weil Guido mit endlos vielen Wattebäuschchen nur so um sich wirft. Die Lage ist nun richtig ernst! Die Kosmetikindustrie beantwortet es mit Preiserhöhung der Wattebällchen, während unsere Frauen darüber zu zetern anfangen und wir uns mit Weiterungen bezüglich multipler Auseinandersetzungen konfrontiert sehen.

 Um noch einmal auf ELENA zurückzukommen. Ich mache mir Sorgen um die überaus als feinfühlig und sensibel als auch menschenfreundlich bekannte Finanzbeamte, deren humane Grundprägung so ganz im Gegensatz zu einem Staat mit einnehmendem Wesen ist.

Werden diese Finanzbeamten das ohne seelischen Schaden überstehen? Kaum vorstellbar.

Sagt der Staat noch: Zuerst komme ich und sonst nichts, vor mir ist keine Existenz als schutzwürdig anzusehen, meine Kassen müssen gefüllt werden; rufen die Finanzbeamten im Chor: Bei uns kommt zu allererst der Mensch. Hat er kein Geld für die Steuer über, na, dann leihen wir ihm doch was …

 Renten sollen in diesem Jahr nicht erhöht werden. Gut so, denn im letzten Jahr gab es ja im Durchschnitt fürstliche € 3.80 pro Kopf. Fürs Nichtstun muss man da anmerken. Viele Rentner kauften sich ob jener königlichen Anpassung von dem Geld gleich ne Villa im Tessin. Daher finde ich es gut, wenn denen jetzt die Zweit- oder Drittvilla verwehrt bleibt.

 Auch unser deutsches Gerichtssystem verdient Anerkennung. Also was dort an Recht gesprochen wird, kann nur von besonders klugen Leuten gemacht werden.

 Taschendieb Alois war mal wieder vor Gericht. Zweieinhalb Jahre darf er jetzt „einfahren“, schließlich handelt es sich um einen unbelehrbaren Wiederholungstäter. Schon wieder hatte er einem Bankmanager € 32,80 aus der Tasche gestohlen. Harte Strafe muss angewandt werden.

 Fabrikbesitzer Bauer, der nebenbei in Mafiamanier seine Mitarbeiter abzockte, betrog und Scheingeschäfte tätigte, die zum Konkurs führten (wenn auch erst nachdem alle Firmengelder auf Herrn Bauers Privatkonto geflossen waren), erhielt drei lange Jahre zur Bewährung und als währe das nicht genug, gab es noch eine Geldstrafe von € 5000,00.

Also das hat aber reingeknallt. Sie glauben ja nicht, wie Herr Bauer vollkommen mit den Nerven blank und weinend aus dem Gerichtssaal stürmte.

Und genau hier beweist sich die Klugheit solcher Urteile. Alois ist zwar sauer im Knast zu sein, aber Bauer ist seelisch zermürbt ob seiner Missetaten. Drei Jahre wird er nun daran erinnert, dass er sich bewähren muss. Na, das trifft ihn doch viel mehr als bequem im Knast zu sitzen, Joints zu qualmen oder Koks beim Zellennachbarn zu ordern.

Und so bewährt er sich, macht eine neue Firma auf, verdient noch mehr Geld, muss aber aufpassen, damit er nicht nochmals erwischt wird. Eine weitere Bewährungsstrafe würde ihn restlos fertigmachen.

 Angie ist außer sich. Da haben tatsächlich ein paar Ignoranten aus den eigenen Reihen Kritik an ihr geübt! SCHWEINEREI!!!

Unsere Mutter der Nation wird angemacht. Ich bin entsetzt und habe Angst. Immer wenn sie mit ruhiger Stimme zu uns spricht, so lieb dabei lächelt, um dann zu sagen: Die Zeiten werden härter, schnallt den Gürtel gefälligst enger! Also dann merke ich erst, was für eine anbetungswürdige Frau das ist.

Und Parteifreund Seehofer, (Sie wissen schon, das ist der mit der Kraft der zwei Frauen) beschützt sie ganz gentlemenlike. Zumindest jetzt noch, wird sie aber weiter geschwächt … ich wage es nicht auszudenken.

Die Grünen, die ja immer gegen alles sind, werden dann vermutlich auf einem Kaiserreich bestehen. Die Linken kramen die DDR wieder raus, aber ohne Stasi, dafür mit mehr ELENA.

Und rechts der Spree tut sich dann nix mehr, weil die alle in ihren haltlosen Versprechen verfangen sind und so richtig rechts will ja auch keiner --obwohl-- die CDU treibt mit ihren Entschlüssen viele Bürger genau in dieses Lager ... ist das nicht verwunderlich?

 Schönes kann ich trotzdem noch abschließend berichten. Berlin schafft die Hauptschulen ab. Finde ich toll! Ich war nämlich schon immer der Meinung, dass wir als Volk der Dichter und Denker sogar bei der Bewerbung als Straßenreiniger ein Abi vorweisen sollten.

So ein fast akademisch geschulter Reiniger setzt dann auch gleich ganz anders bei der Besenführung an, er hat ja Abitur.

Ich denke, ich schenke denen mal nen eisernen Besen, damit können die Berlin mal so richtig auskehren …

 Raten Sie doch mal, was ich unserer verehrten Kanzlerin zu Weihnachten schenkte?!?

Ich fand es immer so schade, wenn sie auf bloßen Knien vor USA oder kleineren Staaten im mittleren Osten herumrutschte. Bestimmt gibt das blaue Flecken und eine befleckte Kanzlerin …, DAS mag ich nicht akzeptieren. Also habe ich ihr ein paar Gummischützer gekauft (was die Fliesenleger sonst benutzen) und schon kann sie weiterhin herumrutschen.

Kriechen ohne Reue!

Stündlich erwarte ich ein Dankesschreiben.

 Danach berichte ich dann gelegentlich weiter …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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