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Von Bayern, Ingolstadt und Monstern

 

Nein, natürlich mag ich die netten Bayern nicht als Monster bezeichnen. Wer so etwas von mir denkt, der tut mir bitter Unrecht. Ich mag die bayerischen Lande und die Bayern natürlich auch. Allerdings muss ich zugeben, manches berührt mich doch sehr, sehr eigentümlich.

 Als ich neulich in Ingolstadt verweilte, dem Regen und der Kälte zum Trotz einen strammen Fußmarsch aus der Weststadt zur historischen Innenstadt hin legte, also da staunte ich dann doch.

 Eigentlich begann es recht harmlos, indem ich zuerst im Geschäft eines bekannten Kleidungsherstellers zu Fabrikpreisen eine Jeans erwarb und mich höflich nach dem Weg erkundigte. Also doher…die Dame zeigte eine imaginäre Richtung an…dann müssens noch über die Theodor-Heuß-Brückn und…weiter lies ich sie überhaupt nicht ausreden, denn das war eine dreiste Lüge, oder? Bereits etwas verstimmt machte ich dennoch relativ höflich darauf aufmerksam, das diese Brücke in Düsseldorf steht und ich solche Umwege nicht in Kauf nehmen werde, basta!

Sie, mir hammn aber auch eine…richtig trotzig kam es herüber.

Jo Herrschaftszeiten, dachte ich so heimlich in meinem Innersten, denn man passt sich doch den lokalen Gepflogenheiten an, oder? Also Herrschaftszeitennochamoal, wo samma?

Sicherlich war diese Dame noch niemals so weit gereist und konnte das einfach nicht wissen. Ich zeigte mich verständnisvoll und nachsichtig; hörte nun aufmerksam den Wegbeschreibungen zu und war tatsächlich eine Stunde später dampfenden Fußes am Rande der Ingolstädter Altstadt.

 Und nun? Also zuerst fotografierte ich schöne alte Häuser, dann machte ich Fotos der schönen alten Häuser und zum Schluss bemühte ich meine Kamera, die schönen alten Häuser aufzunehmen.

 So etwas macht natürlich durstig. Aber wenn man nun fremd ist? Wo geht man da hin? Links war eine mexikanische Cantina; lecker, da gehe ich hin. Denkste, nur bis 14 Uhr offen und jetzt war es 14 Uhr 01, rechts ging es griechisch ab, aber dafür reise ich nicht bis ins Bayernländle, host mi?

Außerdem war ich noch sauer auf meinen griechischen Sparkassendirektor, der mir eine Überziehung verweigerte, dies sei bei ihm nicht Ouzu…

 So kam ich…ach, der Name macht mich ganz Banane. Aufgrund nachfolgender Ereignisse weiß ich leider nicht mehr, war es nun die Alte Bälzerei oder schlicht Mälzerei… Keinesfalls vergesse ich allerdings die ansprechende Inneneinrichtung, die wirklich netten Gäste und die aufmerksame Bedienung. Der Chef, so erfuhr ich dann (also doch Bälzerei, Stichwort: jene nette Bedienung dort…), war einmal in meiner Gegend aktiv. Zu Hilden hatte er ein Lokal besessen, bevor es ihn zurück in die heimatlichen Gefilde zog. Und ich Dummerle habe Hilden immer gemieden, was mir jetzt leidtut, denn er war richtig nett und dieses Lokal ist ohne Lobhudelei jede Empfehlung wert. Verbleibt anzumerken: Ich könnte zum Wiederholungsbesucher werden.

Außerdem, aber psssst, DAS bleibt unter uns, seine Augen begannen immer so verzehrend-leidenschaftlich zu leuchten, wenn diese attraktive Dame hinter dem Tresen hervor kam…

Allerdings kann ich ihn vollkommen verstehen.

 Zwei Weißbier weiter war ich zufrieden, nur mein Magen erinnerte mich daran, wir haben schon fast 16 Uhr und außer Bierschaum war da noch nix.

Wo gehe ich denn jetzt essen? Zwei Hausnummern weiter lud mich ein urbayerisches Gasthaus zur Einkehr.

 Ganz schlicht und ergreifend stand Daniel über dem Eingang. Anfänglich zögerte ich ein wenig, also wenn ein Männername für ein Gasthaus steht…das wird doch nicht etwa…?

Nein, keine rosa Tischdeckchen oder ähnlich beunruhigende Dinge waren zu erblicken. Dafür gab es eine einladende Gaststube im schönsten bayerischen Stil, ich war spontan sehr angetan.

Selbstverständlich war ich wieder mal leichtsinnig gewesen. Hätte ich mich vorab mal ein wenig schlaugemacht, ich wäre sicherlich nur unter penibelster Einhaltung größtmöglicher Sicherungsmaßnahmen in dieses Lokal gegangen. Nicht was Sie jetzt denken, es war sehr sauber, das Essen war richtig schmackhaft und die Bedienung war ohne Fehl und Tadel, sogar jedes dicke Lob wert.

Es war, ich mag es kaum laut sagen, jene grauenhafte, markerschütternde, angsteinflößende Vergangenheit, von der ich nichts wusste.

Liebe Leser, bleiben Sie tapfer, halten Sie sich am Tischrand fest, nehmen Sie ihre Herztropfen und ein Zäpfchen, jetzt k-o-m-m-t-s…

Dieses Gasthaus existiert seit 1471, hat viele bemerkenswerte Zeiten hinter sich und hatte dereinst einen grauenvoll berühmten Mann als Mieter im Haus gehabt…

Erraten Sie es schon? Nein? Ich erinnere nochmals, wir sind in Ingolstadt…

Wirklich nicht?

Also einfacher machen Sie es mir damit nicht.

 Victor Frankenstein wohnte dereinst hier. IN DIESEM HAUS!

 Jetzt wo es raus ist, mein Essen kam eben; ein köstlich duftender und appetitlich anzusehender Grillteller, serviert von Jenny, Typ Leckerchen und Traumfrau.

Ihre Augen schienen so ein heimliches Glühen in sich zu tragen, mein Herz begann zu klopfen, ihre Ausstrahlung wirkte auf mich ein, ihr Anblick blendete mich und nur noch mühsam fokussierten meine Augen das Essen.

Ein kleiner Knochen war da am Steak. Ich sah gaaanz genau hin, nicht das jener noch aus dem Fundus vom Doktor Frankenstein war…. Zur Ehrenrettung des Lokals muss ich nun anmerken, es mundete vorzüglich, Jenny war ne klasse Bedienung und ich wäre jetzt am liebsten zu jenem Victor Frankenstein mutiert…Leben erschaffen.

Keine Angst Jennymaus, ich bevorzuge die ganz natürliche Methode…

 

 Denk ich an Jenny in der Nacht,

Egal wie es der Frankenstein gemacht,

Ich mach das besser, reinstes Plezier,

Ach Jenny, ick verehre Dir….