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Die Entlassung der Elfriede X.

 

Elfriede X., ihres Zeichens Kassiererin in einer Supermarktkette, war geprägt von tiefer Sorge um das Wohlergehen ihres verehrten Arbeitgebers.

Täglich erreichten sie Hiobsbotschaften, der Umsatz sinke konstant, der Milliardärsstatus der Inhaber sei in Gefahr und drastische Sparmaßnahmen seien umgehend erforderlich. Elfriede freute sich richtig, als das fürstliche Gehalt von € 1235,00 auf nunmehr € 985,00 gekürzt wurde, immerhin müssen die Angestellten mit gutem Beispiel vorangehen.

Viel leisten konnte sich Elfriede noch niemals, weshalb es auch relativ einfach zu bewerkstelligen war, dass sie nun noch weniger bekam. Der Besitzer der Ladenkette hingegen, der war es doch gewohnt stets genügend Geld zur Verfügung zu haben, um seinen hart erarbeiteten Wohlstand ausleben zu können. Wenn der nun plötzlich nur noch einfacher Millionär wäre, nicht auszudenken, wie sich das auf dessen Psyche ausgewirkt hätte.

Elfriede entschloss sich daher, ihren ganz persönlichen Beitrag zu leisten.

Sie griff in die Tasche und legte € 1,30 von ihrem eigenen Geld in die Kasse. Der Chef soll nicht leiden, dachte sie noch und freute sich ob ihrer Tat.

 Als am Abend überraschend eine Kassenkontrolle stattfand, entdeckte der Kontrolleur einen Überschuss in Höhe jener € 1.30, die Elfriede zum sofortigen Geständnis trieb. Jawohl, der liebe Chef sollte sich über ein kleines Extra freuen.

 Auf der Stelle wurde sie fristlos entlassen.

 Das Arbeitsgericht in Pusemuckel verhandelte den Fall und dabei offenbarte sich die kriminelle Energie von Elfriede, die sich so harmlos als Gutmensch gab.

Genau jene boshaft in die Kasse gelegten € 1.30 veränderten die Steuersätze des Unternehmers drastisch nach oben. Damit hatte Elfriede ihrem Arbeitgeber bewusst Schaden zugefügt. Als mildernd betrachtete das Gericht zwar die Tatsache, Elfriede habe dadurch dem Staat Mehreinnahmen durch Steuern ermöglicht, aber gleichzeitig darf so etwas nicht über die kriminelle Absicht einer bewusst in Kauf genommenen Schädigung des Arbeitgebers hinweg täuschen.

Elfriedes Verteidiger legte spontan das Mandat nieder und empfahl ihr einen Strafverteidiger, er sei nur Arbeitsrechtler.

Einen neuen Anwalt wollte Elfriede nicht, sodass danach recht schnell das Urteil gesprochen wurde. Die Richter sahen die Tat als erwiesen an, der noch sichtlich unter Schock stehende Unternehmer bat um Gerechtigkeit, weil er so böse geschädigt wurde und das Urteil lautete dann auch auf gerechte 3 Jahre Gefängnis ohne Bewährung sowie eine Zahlung von € 150.000,00 an den Unternehmer als Wiedergutmachung.

Obendrein verzichtete das Gericht großzügig auf die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld.

 Also ich finde es richtig schön, wenn deutsche Gründlichkeit mit deutscher Gerechtigkeit einhergeht. Nun kann ich endlich wieder gut schlafen und möchte mich an dieser Stelle mit einem Ausdruck tiefster Bewunderung an das entsprechende Gericht wenden. Sie haben mir den Glauben an eine unfehlbare Justiz zurückgegeben. BRAVO!!!