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Die lustige Welt des Chats

 

Heute muss ich mal vom Chatten erzählen. Chatten ist nämlich lustig und auch so herrlich inspirierend. Ich möchte Ihnen mal ein paar Beispiele benennen, Sie werden begeistert sein.

 Also im Chat darf man sein was man will und wie man will, die Grenzen sind kaum erkennbar und deshalb treffen Sie auf dicke Menschen, dünne Menschen, freundliche Menschen, gemeine Menschen, kranke Menschen und gesunde Menschen, abartige und triebhafte Menschen, Windelträgerrinnen und Windelträger, wohlsituierte Menschen oder arbeitslose Menschen, Studenten und ewige Studenten, Fotomodelle und Escortgirls die Kunden in der Arbeitspause aufreissen, Intelligenzler, Dummköpfe, Psychopaten und Schlimmere, Wirtschaftsmanager oder Zuhälter, Selbstmordkandidaten, Ärztinnen oder Lehrerinnen, Sparkassendirektoren, überwiegend eine ganze Palette menschlicher Peinlichkeiten vereint im Chat.

Bloss Politiker werden Sie hier nicht antreffen. Warum? Nun, die sind ja stets damit beschäftigt unser aller Wohlergehen zu sichern, zu verbessern; da haben die keine Zeit zum chatten mehr über … ja, ja. Wenn die doch mal in den Chat gehen, dann nur wegen der Kontrolle von Anstand und Moral und Abwendung terroristischer Gefahren.

 Nehmen wir mal Frau XX aus YY. Süße 25 Jahre alt, verheiratet, ausgeprägter Kinderwunsch und stattliche 1,56 cm groß. Wenige Tage später war sie im Profil um 15 cm gewachsen. Aber nein doch, sie hat nicht gelogen, sie nahm nur den Durchmesser ihres etwas zu kräftig geratenen Körpers um noch stattlicher zu wirken.

Ihr Gesicht hingegen, mh, extrem tolerante Menschen würden es als ausgesprochen gewöhnungsbedürftig umschreiben. Sie bot den männlichen Chattern etwas an, nämlich die Chance Papa zu werden, weil es mit ihrem Mann nicht so klappte. Damit der Schreck der Erkenntnis über diese attraktive Sexbombe nicht zu früh kommt, stellte sie listig ein anderes Profilfoto hinein.

Gegensätze ziehen sich nun einmal an, keine Frage. Das wird auch der Grund gewesen sein, dass ihr Ehemann im heimatlichen Ort als der Biblische bezeichnet wurde. Eine große Dürre wird kommen, auch wenn es in der Grammatik ein Femininum ist, wegen dieses leicht deplazierten Wortes streiten wir uns jetzt aber nicht, weiß ich doch, es müßte eigentlich ein Masculinum angewandt werden.

Ihr liebender Ehegatte arbeitete übrigens als Fotomodell. Er posierte sehr erfolgreich auf den Postern der bekannten Brot für die Welt Aktion.

Zusammen stehend sah unser Paar aus wie Dick und Doof. Das davon kein Nachwuchs kommen kann ist verständlich, zumal er den Hintergrund immer noch nicht begriffen hat. Noch heute bestellt er wöchentlich den Imker zwecks Bestäubung ein, weil Mama ihm vor der Eheschließung was von Bienen und Blumen erzählt hat.

 Gaaaaanz anders das Ehepaar YXY aus XYX: Sie 30 Jahre alt, sehr attraktiv, er 42 und ein wenig lustlos abgeschlafft durch den täglichen Bürostress.

Dank Chat führen sie jetzt wieder ein intensiviertes geregeltes Eheleben. Wie das geht? Er nennt sich Rammbock und sie Wilder Engel der Lust. Die beiden chatten per Cam, sagen sich dabei so Sachen. Das spart der Haushaltskasse das Geld für pharmazeutische Hilfsmittel ein, denn virtuell kann der ja immer. So sorgt ein Chat für Frieden in der Ehe als auch beiderseitiger Befriedigung oder so ähnlich.

 Dann gibt es natürlich auch recht beliebte Camchats für die Allgemeinheit. Tolle Sache! Wenn es nur nicht so irritierend wäre. Doch, doch! Da steht in Laufschrift oben drüber: Jegliche Nacktheit ist strikt verboten, auch teilweise. Recht so! Das Fräulein XZX traute sich deshalb nicht einmal mehr im ärmellosen T-Shirt vor die Cam.

Völlig anders die Voyeure und Exhibitionisten. Private Räume ermöglichten einfach alles. Und weil es verboten war, hat’s gleich den doppelten Spaß gebracht. Natürlich war das unterschwellig auch im Sinn der Bundesregierung. Ehrlich wahr, damit unterstützen die Camchatter jetzt die Industrie der Papiertaschentuchhersteller enorm. Ich sage nur: Wirtschaftskrise!

Und vor dem Staat muss sich der Bürger ja auch nakisch machen. Also kann er per Camchat schon mal üben, wie das so geht, wenn man vor Publikum die Hosen runter lässt. Danach wird’s in der Amtsstube oder Ihrer Bank im Kreditgespräch viel einfacher.

 Selbstverständlich dürfen sie nun nicht daraus schließen, dass Staatsdiener und Banker Voyeure sind, obwohl diese biologisch betrachtet auch nur Menschen sind.

 Habe ich schon von der schönen Anja erzählt? Nein? Also das war ein Traum von einer Frau. Wirklich. Nur leider etwas daneben, denn sie kennenzulernen war bereits ein halbes Abenteuer. Erst animierte sie mit Körperfotos die aus dem Internet geklaut waren, dann machte sie reale Treffen möglich, verabschiedete sich unter einem Vorwand nach dem gemeinsamen Abendessen in einem schicken Lokal und ersparte sich auf diese Art und Weise übliche eigene Verpflegungskosten. Als Schwäbin spart man halt wo immer es geht, gell? Schaffe, schaffe Häusle baue und nach einem Spender schaue ...

 Oder die ... wie hieß die noch mal schnell? Es will mir nicht einfallen. Auch ne hübsche Frau, 27 Jahre alt und ewig lustige Studentin. Wegen der späteren Rente recht unvorteilhaft, daher wird sie sicherlich eines Tages in den Staatsdienst eintreten. Der Trend geht ja zum Abi auch in einfacheren Berufen und weil immer mehr ehemals hochgestellte Persönlichkeiten „einfahren“, werden selbst für Schließer der JVA höhere Anforderungen notwendig. Die nette Dame könnte also dann quasi auf akademischer Ebene Gute Nacht lieber Herr … (hier können Sie den jeweils aktuellen Namen eintragen) wünschen, bevor sie die Zelle schließt.

 Berufsbezeichnungen lassen sich im Chat stets hervorragend aufpolieren. Mir erzählte einmal ein junger Mann recht von oben herab, er sei ein geprüfter Restaurantfachwirt. Dazu präsentierte er sich stolz mit Foto. Neulich lief er mir über den Weg, es war einer jener ganz schicken amerikanischen Restaurants …

 Oder die Iris. Das war ne Granate. Jedenfalls so ganz zu Anfang. Angeblich Ärztin in einer Frauenklinik und deren Bi-Freundin bestätigte noch, sie sei dort die Nummer zwei. Jawohl, ich wurde neugierig und weil dieses Krankenhaus lediglich 27 Kilometer von mir entfernt war, zogs mich hin die schöne Iris zu sehen.

Ich sah sie dann auch. Ein teuflisch hübsches Weib, muss ich zugeben. Warum sie allerdings mit einem Putzeimer und einem Schrubber dort stand habe ich nicht mehr erfahren, denn ich traute mich nicht sie anzusprechen. Völlig verwirrt fuhr ich heim.

 Lustig ist die Chatwelt. Manche Scheidungen fanden hier den passenden Anlass. Wenn ER einer SIE den Hof macht, beide sich näher kommen, erste Sexdates real verabredet werden weil daheim die Luft raus ist, dann wird’s spannend.

Jeder Krimiautor kennt das. Treffen sich dann überraschend die Ehepaare, die sich vorab unbekannter Weise gegenseitig als Fehler des Lebens im Chat bezeichnet hatten. Erregung der dritten Art!!!

 Chatten Sie, tauchen Sie ein in die Niederungen des Lebens und geniessen Sie danach die Normalität, denn die ist dann viel leichter zu ertragen, vielleicht sogar auch richtig schön.